Zwischen den frostbedeckten Felsblöcken, wo noch kein Eis zu sehen ist, bevor der Winter die vergänglichen Formen gefrorener Wasserfälle formt, entsteht eine Disziplin, die es Kletterbegeisterten ermöglicht, sich auf die immer kürzer werdende Wintersaison vorzubereiten. Beim Drytooling kratzen Eispickel und Steigeisen nicht am Eis, sondern suchen nach den Schwachstellen des Gesteins und nutzen Risse, Griffe und winzige Tritte. Es ist eine Hybridtechnik, irgendwo zwischen Fels- und Eisklettern, die Kontrolle, Kraft und Feingefühl erfordert.
Zu den Protagonisten dieser Disziplin gehören Santi Padros, ein spanischer Bergführer und AKU-Botschafter, hat sich entschieden, in den Dolomiten im Val di Zoldo zu leben. „Für mich ist Bergsteigen eine Denkweise, ein Dasein in der Natur.“ Das Leben in den Bergen ermöglicht es Santi, verschiedene Disziplinen auszuüben, geprägt von den wechselnden Temperaturen und den sich bietenden Möglichkeiten. Seine Leidenschaft gilt dem Klettern, Canyoning und Wandern. Wenn die Temperaturen sinken, findet er sein ideales Terrain: Eisfälle und Eisklettern. Dry Tooling ist daher eine perfekte Disziplin, damit zu trainieren, bevor die Eisstrukturen nutzbar sind.