One shot: Ich möchte den Felsen Patagoniens berühren
Ende Februar, als sich die letzte Chance bot und der Arzt mir wegen meines Halswirbelbruchs absolute Ruhe verordnet hatte, beschloss ich, alles zu riskieren. Vollgepumpt mit Kortison und mit meinem 14 kg schweren Rucksack machte ich mich mit Max und Cami auf den Weg zum Norwagos-Biwak.
Endlich berührte ich patagonischen Fels! Wir bestiegen die Mocho-Wand, eine massive Granitwand mit schneegefüllten Spalten. Doch meine Freude währte nicht lange: Sofort schlug eine Magen-Darm-Infektion zu und verbannte mich mit Max zu einer höllischen Nacht im Biwak.
Am nächsten Tag schulterten mein Leistenbruch und ich unsere Rucksäcke und stapften 12 Stunden lang nach El Chaltén.
Trotz allem bin ich froh, bis zum Schluss gekämpft zu haben, unterstützt von außergewöhnlichen Freunden. Jetzt muss ich fast lachen: Das Schicksal hat mich verhöhnt, aber ich warte geduldig darauf, dass sich das Karma zu meinen Gunsten wendet. Abgesehen von den Rückenschmerzen kehre ich mit Freunden, die wirklich Freunde sind, und dem tiefen Wunsch nach Wiedergutmachung nach Hause zurück. Leb wohl, Patagonien, nächstes Mal komme ich mit voller Kraft.